Chronik Feuerhof
Feuerhof
Vom alten Hof zum lebendigen Stadtteil
Eine Geschichte von Bergbau, Eigenleistung und Gemeinschaft
Wer heute durch den Feuerhof fährt, sieht einen gewachsenen Stadtteil von Sulzbach-Rosenberg. Häuser, Straßen, Gärten und Plätze lassen kaum noch erkennen, dass hier einst lediglich ein einzelner Hof stand.
Doch die Geschichte des Feuerhofs reicht weit zurück. Sie ist eng verbunden mit dem Bergbau, der Maxhütte und vor allem mit den Menschen, die aus einer kleinen Siedlung eine Gemeinschaft und schließlich einen lebendigen Stadtteil machten.
Die Geschichte des Feuerhofs
Eine erste mögliche Spur
Im Böhmischen Salbüchlein Kaiser Karls IV. aus den Jahren 1366/68 wird ein „Feuerlehen“ erwähnt. Ob damit bereits eindeutig der heutige Feuerhof gemeint ist, sollte allerdings vorsichtig formuliert werden.
Quellenhinweis: Feuerhof-Chronik
„Hof, genannt zum Feierhoff“
In historischen Unterlagen wird 1487 ein „Hof, genannt zum Feierhoff“ erwähnt. Damit wird der Name des Feuerhofs historisch greifbarer.
Für 1487/90 wird im Historischen Atlas von Bayern ein Anwesen ausgewiesen.
Ein Hof, eine Familie, sechs Menschen
Bei der bayerischen Gemeindebildung von 1818 wurde der Feuerhof der Gemeinde Großalbershof zugeordnet.
1 Familie
6 Personen
Von einem Stadtteil konnte damals noch keine Rede sein.
Das Urkataster
Das Urkataster dokumentiert den Feuerhof als Feuerhof Nr. 1. Beim Feuerhofbrunnen befand sich ein Anwesen mit Haupt- und Nebengebäuden.
Diese Quelle befindet sich im Staatsarchiv Amberg.
Feuerhof wird Stadtteil
Großalbershof und damit auch der Feuerhof werden nach Sulzbach-Rosenberg eingemeindet.
Damit gehört der Feuerhof kommunal zur Stadt Sulzbach-Rosenberg. Seine eigene Identität behält der Ort jedoch.
Die Bergmannssiedlung wird geplant
Am 3. August 1936 findet eine erste Besprechung zwischen dem Gau-Heimstättenamt und der Maxhütte über die geplante Siedlung Feuerhof statt.
Die Maxhütte unterstützt das Vorhaben unter anderem durch Baugrundstücke, verbilligte Baustoffe und die Übernahme der Bauleitung.
Der erste Spatenstich
Am 28. April 1938 erfolgt der erste Spatenstich für die neue Bergmannssiedlung.
Insgesamt sind 34 Häuser vorgesehen.
Gemeinschaft von Anfang an
Noch im Jahr 1938 wird die Siedlergemeinschaft Feuerhof gegründet.
Die Gemeinschaft wird in den folgenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.
Krieg und schwierige Jahre
Der Zweite Weltkrieg verändert auch das Leben am Feuerhof. Viele Männer werden eingezogen. Die Arbeit in den Bergwerken bleibt gleichzeitig für die Kriegswirtschaft wichtig.
Für diese Zeit ist die Quellenlage teilweise schwierig. Deshalb müssen Zeitzeugenberichte und belegbare Dokumente klar voneinander unterschieden werden.
Der Bartl wird versetzt
Wegen erheblicher Bergschäden wird das ursprüngliche Gasthaus „Zum Bartl“ abgebrochen und an seinen heutigen Standort verlagert.
Das Wirtshaus entwickelt sich zu einem wichtigen Treffpunkt der Feuerhofer.
Der Feuerhof verändert sich
Die Siedlung entwickelt sich weiter. Die Infrastruktur wird modernisiert und der Feuerhof wächst über seine ursprüngliche Bergmannssiedlung hinaus.
In den 1970er-Jahren entstehen unter anderem weitere infrastrukturelle Verbesserungen wie die Schmutzwasserkanalisation.
Das Ende des Bergbaus
Im März 1977 endet mit der Einstellung der Förderung aus der letzten Grube am Eichelberg die lange Bergbautradition von Sulzbach-Rosenberg.
Für den Feuerhof beginnt damit eine neue Zeit.
Die St.-Barbara-Kapelle
Die St.-Barbara-Kapelle wird eingeweiht.
Barbara gilt traditionell als Schutzpatronin der Bergleute. Damit erinnert die Kapelle bis heute an die bergbaulichen Wurzeln des Feuerhofs.
Ein lebendiger Stadtteil
Heute ist der Feuerhof ein moderner Stadtteil von Sulzbach-Rosenberg.
Die Bergbaugeschichte ist Vergangenheit – aber sie ist noch überall präsent: in der St.-Barbara-Kapelle, im Hunt, in den Vereinen, in alten Geschichten und vor allem in der Erinnerung der Menschen.
Vier Epochen – eine Geschichte
Der alte Feuerhof
Ein einzelner Hof prägt über Jahrhunderte das Bild des Ortes. Landwirtschaft und das Leben auf dem Hof bestimmen den Alltag.
Die Bergmannssiedlung
Mit dem Bau der Siedlung ab 1938 verändert sich der Feuerhof grundlegend. Bergleute und ihre Familien ziehen ein.
Das Bergarbeiterleben
Arbeit unter Tage, Garten, Selbstversorgung, Nachbarschaft und Vereinsleben bestimmen über Jahrzehnte den Alltag.
Der Stadtteil heute
Der Feuerhof hat sich weiterentwickelt und seine ursprüngliche Funktion verloren. Seine Identität und sein Gemeinschaftsgefühl sind jedoch geblieben.
Hof → Bergbau → Bergmannssiedlung → Gemeinschaft → Stadtteil
Feuerhof in Kürze
Quellen und weiterführende Informationen
Feuerhof – ein Stück Heimat
Aus einem Hof wurde eine Siedlung.
Aus einer Siedlung wurde ein Stadtteil.
Geblieben ist die Gemeinschaft.