Echter Genuss "in Heimarbeit" - Feuerhof Stadtteil von Sulzbach-Rosenberg

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Echter Genuss "in Heimarbeit"

Bilder Fahrten/Ausflüge
VON JOACHIM GEBHARDT

Sulzbach-Rosenberg. "Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind!" Der Amerikaner Benjamin Franklin wusste eben schon im 18. Jahrhundert Bescheid, weil auch die Amerikaner sich aufs Bierbrauen verstehen. Am Feuerhof dagegen war am Samstag der Hopfenteufel los, bis in die Nacht hinein feierten die Siedler ein Fest mit selbstgebrautem Bier und viel Information rund um den Gerstensaft, das Ehepaar Hans-Rolf Linke und Ilona Kempe-Linke versorgte die Besucher mit Kostproben und Wissen.

Im Stodel des Gasthofes "Zum Bartl" stand die mobile Haus-Brauerei, in der Hans-Rolf Linke die Entstehunjg des Bieres hautnah miterleben ließ. Aber auch fertiges Bier, gebraut nach Linkes Rezept im Brauereigasthof "Drei Kronen" in Memmelsdorf bei Bamberg, gab es zu kosten, damit es in ausreichender Menge am Festtag zur Verfügung steht. Heraus kam ein sehr süffiges, bernsteinfarbiges Bier mit einem so interessanten, fruchtigen Geschmack, dass es bei Freunden der unterschiedlichsten Biersorten sehr gut ankommt , den Hopfenteufel eben, ein Kind der "Feuerhofer Kellerbräu".

Umfassende Aufklärung

Die Hauptsache aber blubberte im Kessel: Rund ums Bier klärte zuerst Hans-Rolf Linke auf über die Hausbrauer in Deutschland und Amerika, über Zutaten, Biersteuer und Techniken.

Anschließend informierte Ilona Kempe-Linke, Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde, über das Bier als Nahrungsmittel "Bier in der (gesunden) Ernährung - gestern und heute". Bier sei wohl das meistgetrunkene alkoholische Getränk und auch eines der ältesten Lebens- und Genussmittel der Menschheit verbunden. Wer wirklich das Bier erfunden hat, lasse sich nicht mehr genau sagen. eine Theorie der Bierentstehung ist folgende: Brotreste in einem Behälter waren nass geworden und hatten, durch die in der Luft vorhandenen Wildhefen, angefangen zu gären.

Bier war lange Zeit, bedingt durch den Herstellungsprozess des langen Würzekochens und der Beigabe von Hopfen oder anderen Zutaten, das einzige hygienisch unbedenkliche Getränk, das sich /fast) jeder leisten konnte. Wasser war oft verunreinigt, Wein sehr teuer und Tee gab es nur zu medizinischen Zwecken. Martin Luther sagte zu Recht: "Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken"

Um Panschereien zu verhindern, aber auch um sich das Braumonopol am Weizenbier zu sichern, wurde das bayerische Reinheitsgebot durch Herzog Wilhelm IV 1516 verkündet: ".. zu keinem Bier mehr als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen" (die Hefe war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt).

"Heute back ich..."

Die Bierherstellung war sowohl im Altertum als auch in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung Sache der Frauen und fast untrennbar mit dem Brotbacken verbunden, da dann die "fliegenden Hefen" des Brotes in den Sud übergehen konnten (z.B. Rumpelstilzchen: "Heute back ich, morgen brau ich").

Die Klosterbrauereien, die zunächst nur für den Eigenbedarf brauten ("Flüssiges bricht Fasten nicht") hatten großen Anteil an der Weiterentwicklung der Braukunst. In der heutigen Zeit wird Bier nicht mehr als Grundnahrungsmittel, sondern als Genussmittel gesehen. Immer gelte aber: Bier ist zum Wohlsein und nicht zum Vollsein!

Vorsitzender Walter Heldrich und sein Team von den Feuerhofsiedlern boten den Gästen neben vielerlei Getränken auch Ponyreiten für die Kleinen, das der Reit- und Fahrverein Hahnbach auf dem Parkplatz organisiert hatte.

GESUNDER STOFF

Da ein Liter Bier ca. 920 g Wasser enthält, ist Wasser der Körper des Bieres. Weiter finden sich in einem durchschnittlichem Vollbier pro Liter: 40 g Alkohol, 28 g Kohlehydrate, 5 g Proteine (135 mg Purine), 5 g Kohlendioxid, kein Fett. Weiterhin enthält Bier viele Vitamine, vor allem aus der B-Gruppe (die Nerven- und Blutbildungsvitamine), Spurenelemente und Mineralstoffe bei einem geringen Natriumgehalt.

Bestandteile des Hopfens wirken antibakteriell, entzündungshemmend und nach neuesten Forschungsergebnissen sogar hemmend auf Tumorwachstum.

Wird Bier in Maßen (und nicht in Massen) getrunken, so macht es auch nicht dick: Kcal pro 100 ml Bier: 44 kcal, Sekt 83 kcal, Limo/Cola 57 kcal, Wein 66 kcal, Saft 50 kcal, Milch 35 - 64 kcal.
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