Plernhof - Feuerhof Stadtteil von Sulzbach-Rosenberg

Feuerhof
2020
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Plernhof

Der Untergang des Plernhofes

Diese Geschichte, vom uralten Plernhof  ist zwischen Märchen und Sage, im Sulzbacher Bergbaugebiet angesiedelt und könnte einen historischen Bezug haben.

Als Kind wurde mir die Geschichte so erzählt:
„Der Plernhofbauer war ein  reicher Mann, aber sehr geizig und missgünstig. Eines Tages, im Winter, verjagte er einen Armen von seinem Hof und in der darauf folgenden Nacht sollen der Hof und seine Bewohner von der Erde verschluckt worden sein. Als der Schäfer am Morgen von seinen Schafen zurückkam, hörte er aus der Tiefe nur mehr einen Gockel schreien. Der große Bauernhof war verschwunden.“ Als mir dann mein Vater noch die Klüfte und Spalten am vorderen Etzmannsberg zeigte, war für mich klar, die Geschichte ist wahr.

In den Sulzbacher Heimatblättern von 1932 steht dazu:
„Wer über die eingesunkenen Bruchfelder bei der Arzhülle in der Nähe des melancholischen Judenfriedhofes seine Schritte lenkt, ahnt nicht, dass einstmals ein stattlicher Bauernhof mit fruchtbaren Äckern und Wiesen dort stand, wo jetzt nur Ödland den Schafen dürftige Weide bietet und ein kleiner Weiher, wegen seines Fischbestandes bis in die neuere Zeit herein geschätzt, manches Geheimnis des Bergbaus deckt.
Es war der zwischen Erlheim und Etzmannsdorf gelegene P l e r n h o f, welcher sich an den Plernberg, einen heute nur als Flurname noch bekannten Hügel, anlehnte.
Die erste Nachricht vom Plernberg stammt aus dem Jahre 1360, mithin aus der Zeit, da zum Chor der Stadtpfarrkirche in Sulzbach der Grundstein gelegt wurde. Schon damals stand das Erzgraben in Blüte. …….
Mit diesem Zusammenbruch des einst so hochstehenden Geschlechtes (Anm.: Sauerzapf) mag auch der Untergang des Plernhofes verknüpft sein. Vermutlich verfielen Haus und Hof, sodass sie schon vor dem 30 jähr. Kriege zur Ruine wurden. Aber die Liegenschaften behielten ihren Wert und gingen durch Kauf in den Besitz der Bauern von Erlheim und Etzmannsdorf, zum Teil auch an Sulzbacher Bürger über. Noch jetzt findet sich im Grundbuch des Amtsgerichts Sulzbach ein „oberer und unterer Plernhofacker" und „ein Plernhofacker zwischen den Bergen.
Erwähnt sei auch die Sage, dass der Plernhof mit allen seinen Bewohnern eines Tages in die Tiefe gesunken sei. Am anderen Morgen habe man aus der Tiefe noch den Gockelhahn schreien hören. Nicht versunken ist der Plernhof, denn man sieht noch die Vierung des Hauses in der Nähe der Arzhülle, aber sein Name war vergessen.“

Hintergrund dieser Geschichte könnten die großen Bergsenkungen sein, die im Mittelalter am vorderen Etzmannsberg entstanden waren. Da kam es manchmal vor, dass Gebäude baufällig wurden und aufgegeben werden mussten. Es könnte sogar sein, dass der „Blernhof“ tatsächlich in einem Einsturztrichter versunken ist, so wie es am 2. Januar 1964 mit dem Obstgarten der Rubenbauer in Großenfalz passierte. Der Hof, soviel steht fest, hat jedenfalls existiert. In alten Karten gibt es südwestlich vom Judenfriedhof, die Flurbezeichnung „Blernhof“. Verschwunden ist auch das wohl in der Nähe des Feuerhofs gelegene Anwesen „Höfling“, oder „Höfleren“. Es ist, ebenso wie der  Plernhof nur noch in alten Karten zu finden, aber niemand weiß, wo es stand warum es verschwunden ist. Der Bergbau hat alle Spuren verwischt. Die Umgebung um den Feuerhof mag noch manches Geheimnis verbergen.

© Helmut Heinl, April 2020


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