„Oarzgrowa“! Geschichten vom Bergbau und von Bergleuten - KulturAS. Gemeinschaft von netten, unternehmungslustigen, kulturbewussten und reiselustigen Menschen

2024/2025
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Sulzbach-Rosenberg/Feuerhof
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„Oarzgrowa“! Geschichten vom Bergbau und von Bergleuten

„Oarzgrowa“!
Geschichten vom Bergbau und von Bergleuten

Feuerhof: Lesung mit Sepp Lösch, Ur-Rosenberger, ehemaliger Redaktionsleiter der SRZ, Wortakrobat., der Geschichten über den Bergbau vom Heimatforscher und Chronisten Helmut Heinl vorgetragen hat, fand am 18. Januar 2024 im Hotel-Gasthof "Zum Bartl" statt. Für die musikalische Begleitung sorgte eine Abordnung der Bergknappenkapelle mit Märschen, Polkas und anderen Blasmusikstücken.

Es war ein echter bergmännischer Abend, den Walter Heldrich und Helmut Heinl von Kultur AS beim Bartl am Feuerhof veranstalteten. Von den Zuhörern im vollen Saal begeistert aufgenommen ließ Sepp Lösch als Geschichtenerzähler und sechs Musiker der Bergknappenkapelle die alten Zeiten aufleben, als die Oarzgrowa noch in die Grube einfuhren.
 
Als Gäste begrüßte Helmut Heinl den Vorsitzenden des Bergknappenvereins Armin Kraus, mit seiner Frau Karin und den Kulturpreisträger Erwin Kraus, Verfasser des Buches über die Sulzbach-Rosenberger Bergwerke, alle in Bergmannstracht. Sein besonderer Gruß galt Kreisheimatpfleger Dieter Dörner, als ausgewiesenen Kenner des regionalen Bergbaus. Als besondere Ehre betrachteten es die beiden Veranstalter, dass trotz des winterlichen Wetters zwei Zeitzeugen gekommen waren. Der über 90-jährige Georg Schaller und der nur wenige Jahre jüngere Georg Rubenbauer, waren beide Oarzgrowa.
 
Der Rubenbauer "Schore" konnte gleich zu Anfang an einen prägenden Jahrestag erinnert werden. Denn in der Nacht vom 16. auf 17. Januar 1964 brach in seinem Garten in Großenfalz eine große Pinge ein. Sie verschlang einen Obstbaum, machte sein Haus unbewohnbar und leitete die komplette Umsiedlung des einstigen Ortes Großenfalz ein. Sein Gruß galt natürlich den Mitstreitern der Veranstaltungsreihe Dieter Radl und Josef Schmaußer, Der liest am 8. Februar beim Bartl, begleitet von der Birgländer Stubenmusik..

Es war wieder einmal ein echter Sepp Lösch, der in gut 2 Stunden, an seinem kleinen Tisch mit der Leselampe, die Geschichten von Helmut Heinl zum Leben erweckte. Einmal war er der sachliche Geschichtenerzähler, der an historisch Belegbares erinnerte. Dann schlüpfte er in die Rolle der Schlitzohren aus den Sulzbacher Gruben. Die verpassten dem "Seppsepp" in der Nachtschicht, am Samstag einen halben Haarschnitt, mit dem er am Sonntag in die Kirche musste. Einen Berg-Neuling ließ er mit einem, zum "Instrament" verklärten, alten Barometer nach Erz suchen. Und er schilderte glaubhaft, wie der "Weiherblasch" das wunderbare Licht aus dem Frosch des "Schurz" entzauberte.

Gespannte Aufmerksamkeit war im Raum, bei der makabren Geschichte von der „Leiche im Förderkorb“, die sich in den als besonders "nassen" Gruben um den Fromm-Schacht zugetragen haben soll. Dazu erklärte Lösch dann den gängigen Spruch des früheren Bergwerksdirektors Beckenbauer „vor der Hacke ists duster“.
 
Bei der anrührenden "Nachtschicht" ließ der Sprecher in perfekter Mundart den Aufbruch in die Nachtschicht lebendig werden. Völlige Stille herrschte, trotz des voll besetzten Saals, auch bei der Geschichte vom "alten Melch".

Während der Vorträge wurde nicht bedient, während in den Pausen die kräftigen Klänge der Bergknappenkapelle den Saal erfüllten. Die sechs Musiker, alle in Bergmannstracht, ließen Stücke hören, wie sie die „Bergmusi“ vor 70 oder mehr Jahren gespielt hat und begeisterten durch ihre Klangqualität die Zuhörer. Die sechs Musiker haben wesentlich zum bergmännischen Gepräge dieser Veranstaltung beigetragen.

Zum Abschluss bedankte sich Armin Kraus, als Vorsitzender des Bergknappenvereins bei Helmut Heinl für die Bewahrung der bergmännischen Tradition, in seinen Geschichten, mit einem Geschenkkorb. Sein Dank galt auch Walter Heldrich für die Organisation der Veranstaltung und Sepp Lösch, für die überzeugende Darstellung der Bergmannscharaktere.
 
Der Abend wurde mit dem gemeinsam gesungenen Steigerlied beendet, zu dem der Bergknappenverein die Textblätter beigesteuert hatte. Die einhellige Meinung der Zuhörer war, dass so eine Veranstaltung unbedingt wiederholt werden sollte. Heinl meinte dazu in seinen Abschlussworten, das sei kein Problem, Geschichte und Geschichten über den Bergbau gebe es genug.
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