Schinhammer Wirtschaft - Feuerhof

Feuerhof
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Wirtshausgeschichten 

Klenzeschacht
Gaststätte „Schinhammer“ von 1953 - 1963
Sulzbach / Rosenberger Straße 30 / Ecke Basteizufahrt

1953 hatte die Brauerei Landgraf die Gastwirtschaft an Hans und Anneliese Heldrich verpachtet. Sie hatten drei Kinder,  Walter (Autor) Renate und Werner. Der „Schinhammer“ war ein beliebtes gutbürgerliches Wirtshaus, in dem man gut essen und trinken konnte. Damals kostete der Schweinebraten noch 1,70 DM mit Knödel und Salat - heute bekommt man nicht einmal einen Salat dafür. Es gab auch einen Straßenverkauf und man konnte sich das Bier noch im Krug abholen.

Hans Heldrich war sehr fußballbegeistert und somit verkehrten auch viele Sportfreunde in der Wirtschaft, ebenso von der Bergleuten war die Gaststätte gut besucht, da gibt es auch von Helmut Heinl eine kleine Geschichte "Der Friedhofsbomber".  Auch kann ich mich noch daran erinnern, dass Polizisten in der Küche zum Kaffeetrinken saßen, auch war da schon ein kleiner Fernseher vorhanden um den sich die Gäste drängten. Sonntags wurde natürlich im Gastzimmer nach alter Bayerischer Tradition "Schafkopf" gespielt an mind. 5 - 6 Tischen.

(Bild Speisekarte)


Auf der gegenüberliegenden Seite vom „Schinhammer“ war der Gasthof „Zur Post“ da gab´s die ersten Pommes in Sulzbach, die „Bastei“ war auch gleich um die Ecke. Gegenüber an der Allee befand sich auch das Kriegerdenkmal (wurde 1967 abgerissen), der Stadtturm stand zu dieser Zeit noch nicht.

Nebenan befand sich das Lebensmittelgeschäft „Hoffmann“, da lernte ich schon als Kind was ein Kaufmann ist, zur damaligen Zeit war es ein typischer Tante Emma Laden, heute würde man dazu "Unverpaktladen" sagen.


1962 verstarb Hans Heldrich plötzlich. Noch ein Jahr führte meine Mutter die Wirtschaft weiter bis sie 1963 dann endgültig   geschlossen wurde. Danach zogen wir zu Georg und Erika  Heldrich (Schwester meiner Mutter und Bruder meines Vaters) in den Boch ins Gasthaus „Zur Sonne“. Ab jetzt war ich ein „Bochratz“. 1978 wechselte ich dann Stadtteil und zog in den hohen Norden von Sulzbach auf den Feuerhof.

1968 verschwindet das alte „Schinhammerhaus“, das zum vertrauten Stadtbild gehörte. An dieser Stelle errichtete das Bekleidungshaus Heim einen Geschäftsneubau, danach übernahm der Drogeriemarkt Müller das Gebäude.

Die Heldrichs stammen aus Forsthof und alle vier Brüder hatten ein Wirtshaus: Hans die „Schinhammer-Wirtschaft“, Georg den Gasthof „Zur Sonne“, Michael die Wirtschaft in  Forsthof und Andreas war in Neukirchen Wirt. Dann gab´s auch noch Wirtshäuser mit dem Namen Heldrich in Rosenberg und Edelsfeld, dies ist aber eine andere Linie.

Walter Heldrich, August 2022

Chronik

Die Gastwirtschaft Hs. Nr. 342 in der Rosenberger Straße/Ecke Basteizufahrt, ehemaliges Zagel´sches Haus erwarb Peter Aman.

  • 1870 Leonhard Schinhammer wurde neuer Besitzer des Gasthofs. Leonhard Schinhammer war Gesellschafter bei der Vorderen Brauhausgesellschaft und stellte sein eigenes Bier her. So verbraute er 1882/83 – 108 hl Malz und 1895/96 – 142 hl Malz.
  • 1898 starb Leonhard Schinhammer, nach ihm führte seine Ehefrau Kunigunde die Gastwirtschaft weiter. Kunigunde Schinhammer übte auch weiterhin das Braurecht aus.
  • 1927 so braute sie in diesem Jahr insgesamt neunmal im Gesellschaftsbrauhaus
  • 1928 erscheinen Johann Leonhard und Margaretha Schinhammer als Brauhausgesellschafter im Grundbuch. In einem Brauereiadressbuch von 1938 inserierten die Schinhammers sogar als Brauerei, wenngleich sie nie ein eigenes Brauhaus hatten.
  • 1953 wurde im August der Gasthof verkauft, vom letzten der Schinhammerfamilie, Christof Schinhammer. Das Anwesen Schinhammer, Rosenberger Straße 30, ging an die Brauerei Landgraf in Weiden, Inhaber Wärtel.
  • 1953 bis 1963 hatte die Brauerei Landgraf den Gasthof an Hans Heldrich verpachtet.
  • 1963 verkaufte die Brauerei Landgraf den Gasthof an das Bekleidungsgeschäft Alfons Heim in Amberg. Und wieder verschwindet in der Sulzbacher Innenstadt, ein Haus, das zum vertrauten Stadtbild gehörte.
  • 1968 wurde der ehemalige Gasthof abgebrochen
  • 1969 ein Neubau des Bekleidungshauses Heim an dieser Stelle errichtet und im Dezember eröffnet.
  • ? Verlegte das Bekleidungshaus Heim das Geschäft nach Amberg
  • ? zog Drogeriemarkt Müller ein, der heute noch besteht.

alte Bilder und Chronik von Erwin Kraus

Walter Heldrich - Schachtstr. 6 - 92237 Sulzbach-Rosenberg
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