Schaukelbremser - Feuerhof

2024/2025
Feuerhof: wo Kultur und Bergbau aufeinandertreffen
Sulzbach-Rosenberg/Feuerhof
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Mundartgedichte
von Dieter Radl
"Dialekt is wei Latein, nur die Besten kinnas"
Eines von vielen Gedichten, des Oberpfälzer Mundartautor Dieter Radl
Schaukelbremser
die Halbstarkenvorstellung eines Traumberufes!

I wor 14 oder 15 Jaouer old. Wenn mäi Leid nird daou worn, howe mäi Gsichd ganz naouchd an Schbäigl highaltn, dase mein Haouerlflaam om iwer da Owerlippn gseng ho!  Naou hower me rasird min Vattern sein Rasierpinsel und seiner Soifer, mäi Bagger aa, waal des wor wäi erwachsn! Danaouch Pitralon in d’Hent dropfd und aaf di Bagger baaddschd und gschdunkn wäi a Baafümlon! Azong: Sandaaln mid Lecher und a Schnalln om driwer, gschdriggde graue Knäischdrimpf mid an Zobfmusder aaf da Seitn, a schworze, kurze Manschesterhusn und a kurzärmlichs Hemerl. Daou howe aa nu di Irmel haouchkremplt, dasmer di Owerormmuskln gurd gseng haoud! Däi hommer min Maßbandl allerwaal gmessen, mäi Freint und i, wer di schdirgsdn Muskln haoud! Selmals howe aa nu Loggn kadd, nu a weng zubfd und higrichd, naou aafs Frühlingsfest!

Daou hom di Freint schou gwaadd! A bormal ummegrennt, a Mättern kadd, di Moila agredd, naou zu da Schiffschaukl hi, Kraft aasbrowirn und agem! 30 Bfenning am Kassawong zold, zum Schauklbremser hi! Der wor a Büddl! Schworz-weiße Schoucherler, a Räierlhusn, däi a gwis mid da Beißzanger azäing haoud mäin, a Hawaiihem, in Krong aaffegschlong, äigfätte lange Haouer, waou ma nu jede Rilln vom Kaammer gseng haoud, hintn zammergschom und min Kaampl an Schdrich ower zong! Brauns Gsichd, braune Orm, an Anker draaf tätowird! Der haoud schou aas Aafgschau kadd! Daougschdandn, so howe gmoint, wäi oiner aasn Fülm! Läck!

Der haoudme in d’Schaukl äine laouer, haoud in Einschdich mid aner Ken zoukengt, a bormal agschum und mi naou aloins schaukln laouer. I drin gschdandn, oin Orm an da firderen Eisenschdanger, oin an da hintern. Beim Schwunghuln in d’Knäi ganger und mid di Orm azung! Daou bisd naou in d‘Häich, di Freint hom vo unt aaffe bäigd, i ho beim Schwinger owegjuhuchzd! Da Schauklbremser haoud langwaale zougschaud, amal gwunggn, naou iser zu da anern Schaukl iwe, daou haann a bor Moila äigschding. Er hauod daou aa weng agschum, is drerm schdäiblim, waaler gmoint haoud, er ka a bissl unter di Reck oischauer! Dafir ho i lenger schaukln kinner. Ower naou iser kummer, haoud an Hulzkaal aner Eisnschdanger unter mäi Schaukl gschum und haoudme herbremsd! Wum haouds dou, wum und wida wum, naou bine gschdandn! Da Schauklbremser haoud mi aaf d’Schulter globfd, haoud glachd und is wida zu di Moila iwe! Däi hom gurzd und d’Röck haann schou a weng gfladderd! Des häid mir aa gfalln, Schauklbremser saa, su  amerikanisch azung wäi der, naouchd bei di Moila schdäi! Gwisd, des is’s, des wire!

Schbäider dahoim howe zum Vattern gsaggd: „I wir amal a Schauklbremser!“ „Des unterschdäider“, haoud da Vatter schorf gsaggd, „kummsd daher wäi a G’henkder!“ Wener so gredd haoud, howe gwissd, daou redd da Vatter, waal haouder im Sessel gschlaoufn, Zeidung halme am Schaous, halme am Bun, wors da Voda! Ower so!

„Kummsd daher wäi a G’henkder!“ I wois heint nu nird, wäi a G’henkder daher kummd! Is ja aa wurschd, bin wos aners worn!
© Dieter Radl
Walter Heldrich - Schachtstr. 6 - 92237 Sulzbach-Rosenberg
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