Geschichte des Bergknappenvereins Sulzbach-Rosenberg - KulturAS, wo Kultur und Bergbau aufeinandertreffen

2024/2025
wo Kultur und Bergbau aufeinandertreffen
Sulzbach-Rosenberg/Feuerhof
Direkt zum Seiteninhalt

Die bewegte Geschichte des Bergknappenvereins Sulzbach

Der Bergknappenverein Sulzbach ist ein lebendiges Zeugnis der bergm├Ąnnischen Tradition und Kameradschaft, das seit seiner Gr├╝ndung im Jahre 1888 eine ereignisreiche Geschichte durchlebt hat. Als Traditionsverein zur Pflege bergm├Ąnnischen Brauchtums verfolgt der Verein einen klaren Zweck, wie in seiner Satzung festgelegt: das Tragen der bergm├Ąnnischen Uniform, die Organisation geselliger Zusammenk├╝nfte, die j├Ąhrliche Feier eines Bergfestes, die Ausbildung einer Bergkapelle sowie die F├Ârderung des bergm├Ąnnischen Geistes und des Ansehens des Bergmannsstandes.

Die Wurzeln des Bergknappenvereins reichen bis ins sp├Ąte 19. Jahrhundert zur├╝ck, als Bergingenieur Klein, damaliger Betriebsleiter der Sulzbacher Gruben, den Verein gr├╝ndete. Der Auerbacher Bergknappenverein ├╝bernahm dabei die Patenschaft, und eine enge Kameradschaft zwischen den Bergleuten von Sulzbach und Auerbach entwickelte sich im Laufe der Zeit. Von Anfang an lag es dem Verein am Herzen, den Berufsstand der Bergleute zu w├╝rdigen und die Kameradschaft unter ihnen zu st├Ąrken. Schon bald wurden bergm├Ąnnische Uniformen beschafft, die das Zusammengeh├Ârigkeitsgef├╝hl der Sulzbacher Knappen betonten.

Im Jahr 1892 wurde der erste Bergball in der neu errichteten Turnhalle abgehalten, und 1896 erlebte der Verein einen bedeutenden Aufschwung durch die Gr├╝ndung einer eigenen Bergkapelle unter der Leitung des bekannten Stadtmusikmeisters Merklein. Die Bergknappenkapelle trat erstmals ├Âffentlich im Mai 1897 auf, als Prinz Ludwig Sulzbach besuchte. Die Kapelle wurde schnell zu einem stolzen Aush├Ąngeschild des Vereins und begleitete viele festliche Anl├Ąsse.

Die Geschichte des Vereins war jedoch nicht ohne Herausforderungen. Im Jahr 1926 spaltete sich der Verein aufgrund politischer und gewerkschaftlicher Spannungen in den sogenannten "alten" und den "vaterl├Ąndischen" Knappenverein. Diese Uneinigkeit endete erst mit der Macht├╝bernahme des Nationalsozialismus im Jahr 1933, als endlich Frieden und Eintracht in den Reihen der Bergleute herrschten.

Auch die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg brachten Herausforderungen mit sich. Trotz politischer Einfl├╝sse und des Ausbruchs des Krieges im Jahr 1939 hielt der Verein am Vereinsleben und der Vereinskapelle fest. Nach Kriegsende im Jahr 1945 erlebte der Verein eine rasche Wiederbelebung und organisierte bald wieder gesellige Veranstaltungen.

Die Mitgliederzahl des Bergknappenvereins erreichte in den sp├Ąten 1950er Jahren einen H├Âhepunkt mit 1300 Mitgliedern. Doch der R├╝ckgang des Erzbergbaus brachte eine Zeit der Ver├Ąnderung. Die letzte Schicht wurde am 31. Juli 1974 gefahren, was das endg├╝ltige Ende des Bergbaus in Sulzbach markierte. Trotzdem bleibt der Verein seinem Zweck treu, die bergm├Ąnnische Tradition zu bewahren und f├╝r kommende Generationen zu erhalten.

Die Unterst├╝tzung des Bergknappenvereins durch die Maxh├╝tte w├Ąhrend der Flick├Ąra und die Fusion mit der Werkskapelle aus Rosenberg im Jahr 1968 zeugen von der engen Verbindung zwischen Bergbau und Gemeinschaft. Die Gew├Ąhrung eines Bleiberechts f├╝r Mitglieder bei Umstrukturierungsma├čnahmen zeigt die Solidarit├Ąt innerhalb des Vereins.

Der Bergknappenverein Sulzbach ist somit mehr als nur ein Verein - er ist ein Symbol f├╝r die stolze Geschichte und den Zusammenhalt der Bergleute von Sulzbach und Rosenberg. Auch in Zeiten des Wandels bleibt der Verein seiner Tradition verpflichtet und setzt sich f├╝r die Bewahrung des bergm├Ąnnischen Erbes ein.
Bergknappenverein
1. Vorsitzender
Armin Kraus
Johannes-Stark-Str. 7
92256 Hahnbach

Kontakt:
Telefon: 09664 / 22 9000
Zur├╝ck zum Seiteninhalt