Fachbegriffe der Bergleute in Sulzbach-Rosenberg - Feuerhof

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Fachbegriffe der Bergleute in Sulzbach-Rosenberg

Begriffe aus dem Bergbau in Sulzbach-Rosenberg

Eine Auswahl historischer und gebräuchlicher Begriffe aus dem Alltag der Bergleute, die Ihnen nicht geläufig sind, möchten wir Ihnen erklären was diese schließlich bedeuten oder aussagen.
Sollten Sie weitere Begriffe kennen, schreiben Sie uns. Wir werden unsere Liste vervollständigen.
Abbau
planmäßige Gewinnung von Erz
Alter Mann
Verlassener, abgesperrter, versetzter oder zu Bruch geworfener Grubenbau.
Anschläger
Gab dem Maschinisten Signale für die Bedienung des Förderkorbes. Anschläger hieß er, weil die Signale ursprünglich mit einer Glocke gegeben wurden.
Barbaratag
4. Dezember, Festtag zu Ehren der heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute
Bayerische Eisenstraße
ist eine der geschichtsträchtigsten  Ferienstraßen der Bundesrepublik Deutschland, verläuft von Pegnitz im Norden nach Regensburg im Süden. Sie verbindet die einstigen Eisenzentren Ostbayerns, die Reviere Pegnitz, Auerbach, Sulzbach-Rosenberg und Amberg.
Bergbau
Sammelbegriff für alles, was mit dem Gewinnen, Fördern und Veredeln nutzbarer Bodenschätze dient
Bergbaupfad
Der Sulzbacher Bergbaupfad ist eine der Stationen an der Bayrischen Eisenstraße. Die Oberpfalz war seit dem 13. Jahrhundert durch ihre Vorkommen an Eisenerz und Braunkohle eines der wichtigsten Eisenzentren Mitteleuropas und wird auch "Ruhrgebiet des Mittelalters" genannt. Der Bergbaupfad verbindet die ehemaligen Tagesanlagen der Erzgruben und den Schaustollen "Max" entlang der Arbeitswege der damaligen Bergleute.
Bergbau-Schaustollen Max
Dieser Stollen wurde von Bergleuten zwar in einem ehemaligen Luftschutzstollen angelegt. Sie erhalten aber hier einen Ein-druck wie es in den Strecken der hiesigen Gruben ausgesehen haben mag. Einiges Gezähe, das ist das Werkzeug der Bergleute, vermitteln Ihnen einige Eindrücke des Berufes des Bergmanns.
Bergmann
ist die Berufsbezeichnung eines Menschen, der in einem Bergwerk Rohstoffe abbaut
Bergknappe
ursprünglicher Name für den Bergmann. Später Bezeichnung für den Gesellen des Meisters (Hauers). Nach 1945 ein offizieller Lehrberuf mit einer Knappenprüfung nach 3jähriger handwerklicher und bergmännischer Lehre.
Bergknappenkapelle
Im Jahre 1898 spielte dann die Bergknappenkapelle zum ersten Mal zum Bergball auf, zwischenzeitlich ist sie seit… die offizielle Stadtmusikkapelle
Bergknappenverein
Vertretung der Arbeitnehmerinteressen und der sozialen Absicherung der Bergleute
Bergwerk
unterirdische Anlage zur Erschließung und Ausbeutung von Bodenschätzen. Umfaßt die Gesamtheit aller über- und untertägigen Objekte.
Bierstreik
Im März 1960 legten 7.500 Arbeiter der Maxhütte ihre Arbeit nieder, als die Unternehmensleitung aus Gründen der Arbeitssicherheit den Bierkonsum einschränken wollte. Der Ende des Streiks erfolgte 32 Stunden später, als der bayerische Arbeitsminister Walter Stain unter den Parteien vermittelt hatte.
Blechlmaa´
Der Mann, der die Einfahrtsmarken der Bergleute entgegennahm und  aufbewahrte, bis sie nach dem Ende der Schicht wieder auffuhren.
Bruchfeld
nennt man jene Gebiete der Tagesoberfläche, die durch den Abbau des Erzes eingebrochen sind. Hier bildeten sich Trichter und Spalten. Diese Bruchgebiete durften aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden
Buckelwäscher
gibt es, seit in den Sulzbacher Erzgruben Wasch- und später Duschgelegenheiten bereitgestellt wurden. Der Buckelwäscher war ein Kollege, mit dem man sich gut verstand und von dem man sich nach der Schicht den Rücken waschen ließ. Im Ruhrbergbau hieß das „Buckeln“.
So geht es mit vielem aus dem Bergmannsalttag: Was für viele selbstverständlich war, gerät einfach in Vergessenheit.
Daniel
Eine Spezialität der Bergmannsprache  in den Sulzbacher Gruben -und nur dort- ist die Bezeichnung für das  Örtchen. Es hieß seit Generationen „Daniel“. Woher dieser Ausdruck kommt  ist nicht zu erfahren, selbst die ältesten Bergleute mit denen ich  sprach, kannten nur diesen Ausdruck. Mit dem biblischen Daniel hat er  nichts zu tun. Im 5. Buch Mose, Kap. 23 gibt es zwar eine klare  Anweisung für ähnliche Verrichtungen, aber da ist von Daniel nicht die  Rede.
Es handelte sich dabei um einen  größeren, ca. 100 L fassenden, meist verzinkten Kübel mit Deckel. Der  Kübel hatte einen Bügel, so dass er mit einem Seil hochgezogen werden  konnte. Er stand in der Regel etwas abseits, in einem Verschlag, in dem  die Bergleute ungestört ihr Geschäft verrichten konnten. Der Kübel wurde  regelmäßig nach über Tage gebracht und ausgeleert. Beauftragt wurden  damit meistens Kameraden, die  irgendwelche Verfehlungen begangen  hatten, wie z.B. zu spät zur Schicht gekommen, unter Tage geraucht. (Helmut Heinl)
Deputatholz
festgelegte Mengen an Brennholz, das die jeweiligen Bezugsberechtigten unentgeltlich erhielten.
Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappentag
Der „Deutsche Bergmannstag“ ist die höchste Festveranstaltung der deutschen Berg- und Hüttenleute. Er findet im Abstand von 3 bis 4 Jahren an unterschiedlichen Bergbaustandorten der Bundesrepublik statt. Der 11. Deutsche Bergmannstag war vom 6. bis 8. Juli 2007 in Sulzbach-Rosenberg
Deutscher Türstock
Türstock (Stollenausbau) mit Verblattung von Stempeln und Kappe gegen Stoßdruck (Seitendruck)
Erz
alter bergmännischer Ausdruck für Mineralaggregate oder Gesteine, aus denen Metalle oder Metallverbindungen hergestellt werden können.
Erzbergbau
Der älteste Bergbau der Welt, war ursprünglich auf die Gewinnung von Edelmetallen wie Gold und Silber ausgerichtet.
Erzhülle
ist eine Folgeerscheinung des Erzabbaus. Aufgrund der Erzförderung sackten die überlagernden Schichten bis unterhalb des Grundwasserspiegels ab, so dass der Teich entstand.
Förderturm
bezeichnet man eine Konstruktion, die über dem Schacht errichtet wird.
Froschlampe
Öllampe, in einer Frosch-ähnlichen Form. Über Jahrhunderte das einzige Licht des Bergmanns unter Tage.
Gedinge
ausgehandelter Akkordlohn im Bergbau
Gezähe
das Handwerkszeug der Bergleute.
Groum
Grube
Grube Caroline
Namensgeberin war: Caroline, Friederike, Wilhelmine; Bayerische Königin *1776 + 1841
1886 Bau des ersten Schachts der Erzgrube "Caroline" in Sulzbach
1888 Bau einer Seilbahn zur Erzgrube "Caroline" in Sulzbach
1902 Wassereinbruch in Grube "Caroline" in Sulzbach
1917 Brand in Grube "Caroline"
Grube Eichelberg
Grube Eichelberg bis 1977
Grube Etzmannsberg
Auf „Etzmannsberg” nahm 1871 ein neuer Schacht die Förderung auf.
Grube Fromm
1926 Stillegung der Erzgrube "Fromm"
Grube St. Anna
Annaschacht bis 1974
Glückauf
Gruß der Bergleute, als hoffnungsspendendes Symbol in der Welt zwischen Dunkelheit und Licht
Grube
Gesamtheit aller untertägigen künstlichen Hohlräume (Grubenbaue) eines Bergwerks.
Grubenlampe
ist eine Leuchte, die bei der Arbeit unter Tage eingesetzt wird.
Grubentelefon
Ein Grubentelefon ist ein spezieller Telefonapparat, der auf die harten Bedingungen unter Tage ausgelegt ist. Diese Geräte sind wasserdicht und schlagfest konstruiert. Die Modelle im Sulzbacher Bergbau waren aus Gusseisen hergestellt und hatten dadurch ein Gewicht von ca. 15 kg. Der Hörer hing an einer Panzerschnur. Das lautstarke Läutewerk machte sie auch bei großem Umgebungslärm gut hörbar.
Hammer Philipsburg
Karl IV., ein Gönner Sulzbachs, förderte die Erz- und Eisengewinnung durch weitere Schürf- und Zollfreiheit. 1366 wurde Friedrich Kastner das Recht verliehen auf einer Holzmühle in Rosenberg einen Eisenhammer zu errichten und die „Rosen“ als Wahrzeichen zu führen. Dieser „Hammer Philipsburg” produzierte bis 1738.
Hauer
Berufsbezeichnung für eine Fachkraft unter Tage
Hunt/Hund
offener Förderwagen
Karbid

Karbidlampe
Die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im Bergbau gebräuchlichen "Frösche" wurden mit Lampenöl betrieben. Sie wurden von den Karbidlampen abgelöst, die ein warmweißes, gleichmäßiges Licht erzeugten, das für die Arbeit unter Tage sehr gut geeignet war. Erst neueste LED-Techniken ermöglichen ähnliche Ausleuchtungsgrade.

Die Flamme entsteht durch die Verbrennung von Azetylen-Gas, das im Lampenkörper dadurch entsteht, dass Wasser auf  Karbid (Calciumkarbid CaC2) tropft.
Kaue
Umkleideraum der Bergleute
Klenzeschacht
benannt nach dem langjährigen Aufsichtsrat Max von Klenze
1912 Bau des Klenzeschachts im Revier Sulzbach
Kumpel
stammt vom lateinischen „companio“, wörtlich übersetzt „Brotgenosse“, also „Kollege, mit dem man die Mahlzeit teilt.“
Luftschutzstollen
ist ein unterirdischer Hohlraum, der in Kriegszeiten den Menschen als Schutzraum gegen Luftangriffe diente.
Markscheider
Vermessungstechniker, der unter (und über) Tage die Grubengrenzen festlegte und die Meßergebnisse im Grubenriss s. Kommentar kartographisch festhielt.
Maxhütte
benannt nach dem bayerischen König Maximilian II. Joseph, war das traditionsreiche Hüttenwerk, das im Ortsteil Rosenberg die Arbeit aufnahm.
Oarzgowa
Mundart-Ausdruck für Erzgräber.
Ortsältester
Der verantwortliche Hauer an den einzelnen  Betriebspunkten. Er war Sprecher der Bergleute an einem Abbauort und handelte mit dem Obersteiger das Gedinge aus.
rauben
Aus einem ausgebeuteten Grubenbau das eingebaute Material z.B. Holz, Schienen, Stempel, Rohre, KabelLutten zur Weiterverwendung zurückholen. Der ausgeraubte Grubenbau wird dann abgeworfen (stillgelegt).
Schacht
Lotrechter (senkrechter) oder tonnlägiger (schräger) Grubenbau, mit dem eine Lagerstätte von der Erdoberfläche aus erschlossen wird.
Schlacke
bei der Verbrennung von Steinkohle, Koks und dem Schmelzen von Eisenerz in kleineren oder größeren Stücken zurückbleibende harte, poröse Masse; Verbrennungsrückstand
Schlackenberg
ehemalige Reststoffdeponie der Maxhütte auf dem fast alle Abfälle der Maxhütte abgelagert wurden. Sanierung durch den Freistaat Bayern
Schlägel und Eisen
Altes bergmännisches Wahrzeichen. Ein Hammer (Schlägel) mit zwei Schlagflächen (Fäustel) und ein angespitztes, mit einem Stiel gehaltenes Eisen, mit dem das Gestein bearbeitet wurde.
Schlepper
Fördermann, war für das Schleppen der Hunte eingesetzt
Schlössl
ehem. Werkskasino Maxhütte,  wurde 1785 bis 1788 als Lustschloss der Pfalzgräfin Franziska Dorothea, die von 1768 bis 1794 im Sulzbacher Schloss wohnte, gebaut.
Schwarten
Sägeraue Bretter mit Rindenteilen; wurden unter Tage zum Auskleiden, und Verschalen verwendet, so weit sie keiner Druckbelastung ausgesetzt waren.
Schwimmsand
Was für den Kohlebergbau die  Schlagwetter waren, war für den Erzbergbau der Wasser bzw.  Schwimmsandeinbruch. Allerdings ist die Wirkung von Schlagwettern  ungleich folgenschwerer.
Im normalen Tiefbau (Kanalbau) heißt es Schwemmsand; im Bergbau sagte man Schwimmsand.
Schwimmsand ist nicht nur Wasser mit  Sand, es können auch Erz, Lehm und Reste vom alten Mann eingelagert  sein. Die Steiger und erfahrene Bergleute konnten in der Regel  abschätzen, wo es besonders gefährlich war, aber sicher war man  nirgends.
Bei großen Schwimmsandeinbrüchen  drangen Wasser, Schlamm oder Sand sehr schnell in die Strecke vor – und  wenn der Zufluss nicht gestoppt werden konnte, so lange - bis diese voll  gelaufen war (d.h., das Wasser lief ab, die Feststoffe blieben liegen  und füllten den Grubenausbau.)

Es war wohl das folgenschwerste Unglück.
1939 an Fronleichnam gab es  einen großen Wassereinbruch auf der Grube Fromm, bei dem die ganze Grube  absoff und zur Allerweltskirchweih (dritter Sonntag im Oktober) brach  dann unterhalb des früheren Feuerwehrhauses in Großenfalz eine Pinge  ein, die über viele Jahre sichtbar blieb.
Seilbahn
eine auf hölzernen oder eisenen Böcken verlegte Seilbahn die das Erz von den Gruben bis zu den Hochöfen der Maxhütte brachte
Spreißl
abgespaltenes Stück Holz; entstanden u.a. wenn der Gebirgsdruck den Holzausbau in der Grube zerdrückte.
St.-Anna-Schacht
12.05.1965 Annaschacht nimmt Förderung auf.
31.07.1974 Annaschacht stillgelegt
Steiger
Aufsichtspersonen, ein Art Meister unter den Bergleuten
Stempel
stehende Holzteile zur Aussteifung des Grubenbaus, aus Rundhölzern.
Stollen
Eingang eines Bergwerkes, der im hügeligen Gelände waagerecht oder geneigt ins Erdinnere führt.
Teufe
Aus der Sprache des Mittelalters übernommener Begriff für Tiefe.
Villa Max
Auch als Flick-Villa bezeichnet. Diente während des 2. Weltkriegs als Wohnsitz für die Ehefrau des Eigentümers der Maxhütte, dem Großindustriellen Friedrich Flick.
Wetterschacht
Wetter nennt der Bergmann die Luftmengen, die für eine Belüftung der untertägigen Grubenräume sorgen
Straßennamen die mit dem Bergbau zu tun haben

Am Annaschacht
An der Maxhütte
Bergknappenstraße
Erzhausstraße
Glückaufstraße
Grubenweg
Karolinenstraße
Klenzestraße
Markscheiderstraße
Schachtstraße
Schlepperweg
Seilbahnweg
Steigerstraße
Stollengasse: ist die einzige Straßenbezeichnung, die einen reellen Bezug zum früheren Bergbau hat. Es gibt die begründete Annahme, dass in der Stollengasse einer oder mehrere Stollen mündeten, mit denen die Erzkörper in Richtung Galgenberg entwässert wurden.
Seilbahnweg: ebenfalls eine Bezeichnung mit lokalem Bezug. Über den Seilbahnweg verlief früher die Seilbahn von den Bergwerken in die Maxhütte.

Spitznamen der Bergleute

Weiherblasch, Korkenzaicher, Schurz, Kuller, Friedhofsbomber, Schokalad, Bodawaschl, Pfeiferlsteiger,
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